Suche
  • Bastian Schmidt

Was es heute bedeutet, Mann zu sein

Was bedeutet es heute, ein Mann zu sein? Mit dieser Frage beschäftige ich mich bewusst erst seit einigen Jahren. Unbewusst jedoch begleitet mich die Suche nach der Antwort schon mein Leben lang.


In einer (noch) männerdominierten Welt gelten Eigenschaften wie Sensibilität, Emotionalität, Verständnis, Mitgefühl oder Intuition als ziemlich gegenteilig zu dem, was das Männerbild unserer Eltern und/oder Großeltern uns vorgelebt hat: Männer sollen beschützen, versorgen, führen, halten und zielstrebig sein. Ja, all das gehört zum Mann-Sein auch dazu. Nicht jedoch, was wir auch heute immer noch vielfach daraus ableiten: Etwa, dass Männer keine Schwäche zeigen und körperlich stark sein, dass sie (sich) kontrollieren und leistungsorientiert arbeiten müssen. Männer interessieren sich für Fußball, trinken Bier, sind abenteuerhungrig und vor allem dann erfolgreich im Job, wenn sie viel Geld verdienen, damit die Familie versorgen und auf der Karriereleiter möglichst weit oben stehen. Je mehr dieser Kriterien erfüllt scheinen, desto vermeintlich „männlicher“ wirkt Man(n).


Es sind also nicht die Eigenschaften als solche, die dem männlichen Prinzip natürlicherweise zugeschrieben werden und die uns Männern das Leben heute unnötig schwer machen. Sondern es ist die Art, wie wir sie interpretieren und leben.


Männlichkeit ist über so viele Jahrtausende so sehr fehlinterpretiert worden, dass es uns heute schon selbstverständlich vorkommt, uns in unseren Jobs zu verausgaben, von einem Erfolg zum nächsten zu hasten, stets das nächste Abenteuer, das nächste Projekt oder die nächste Herausforderung suchen. Wir sind so sehr auf Leistungsorientierung in jedem Lebensbereich getrimmt, dass wir gar nicht merken, wie unnatürlich wir uns damit verhalten. Und wie weit entfernt das von wahrer Männlichkeit ist.


Leistungsdruck im Job, Leistungsdruck, um Anerkennung von Freunden zu bekommen, Leistungsdruck beim Sex. Wie viele andere Männer, habe auch ich lange nicht gemerkt, wie sehr ich mich diesem Bild stets anzupassen versucht habe und wie wenig es mich wirklich erfüllt hat. Burn-out, Alkoholismus, Orientierungslosigkeit – viele flüchten, um der einen entscheidenden Frage aus dem Weg zu gehen, die alles verändern könnte: Was macht mich als Mann wirklich aus?


Durch die Abwertung vieler als „weiblich“ empfundenen Eigenschaften (Intuition, Emotion, Sanftheit, Vertrauen, Bauchgefühl oder Hingabe etwa) werden wir als erwachsene Männer extrem in unserer Männlichkeit verunsichert. Indem unsere Gesellschaft noch immer männliche Prinzipien überbetont, kommen wir Männer nie in unsere wahre Kraft.


Was ist der Schlüssel, um in deine Männlichkeit zu kommen?


Wir haben verlernt, uns wirklich zu spüren. Die einfache Frage: „Was brauchst du gerade wirklich?“ überfordert viele Männer schon und zeigt das Dilemma auf. Denn dadurch, dass wir Männer das Fühlen und den Kontakt zu uns selbst verlernt (vielleicht auch nie gelernt haben), kommen wir oft auch nicht in Kontakt mit dem, was es zur Heilung braucht: Entspannung, Ruhe, Stille, Innenkehr und das Erlauben der eigenen Sanftheit, vor der wir so große Angst haben. Wie oft höre ich von meinen Klienten den Satz: „Ja, ich verstehe, was du sagst – aber ich kann es nicht fühlen…“ Paradoxerweise ist erst die Annahme vermeintlich weiblicher Qualitäten das, was uns als Mann komplett macht und in die volle Kraft gehen lässt.


Stelle dir einmal die Frage: Was fühlt sich alles unfrei an in deinem Leben? Wo begibst du dich immer wieder in Zwänge, in Abhängigkeiten. Wo passt du dich anderen an? Nimm dir die Zeit, ganz bewusst dort hinein zu spüren. Auch, wenn die Antworten dir vielleicht nicht gefallen werden. Doch genau das ist der Schlüssel zur Freiheit. Wahre Männlichkeit braucht heute nicht noch mehr Leistungsdruck. Sie braucht im ersten Schritt vor allem Eines: Fühlen lernen! Es geht darum, sich selbst Zuzuhören und sich die Zeit zu nehmen, um eigene Bedürfnisse in der Tiefe zu spüren.


Genau das habe ich mir zur Aufgabe gemacht: Männer in meinen Coachings wieder in Kontakt mit sich und ihren Gefühlen zu bringen und darüber ein neues Bild von Mann-Sein zu kommunizieren, das wir aus meiner Sicht heute dringend brauchen.


Neugierig? Zu Recht – denn ich verspreche dir, dass dadurch Potentiale in dir frei werden, die du gerade nicht einmal ahnst und du dich männlicher und kraftvoller fühlen wirst. Und dass dir dieser neue Weg erfülltere Beziehungen, erfülltere Jobs und erfülltere Freundschaften bringen wird.


Von Mann zu Mann

Bastian

69 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen