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  • Bastian Schmidt

So nutzt du das Yang-Prinzip

Die momentane Zeit ist beides zugleich: Zwangs-Entschleunigung auf der einen, Rastlosigkeit und innerer wie äußerer Druck auf der anderen Seite. Es zeigt uns, wie sehr wir in polaren Prinzipien wie Tag & Nacht, Hell & Dunkel, Gut & Schlecht leben. Und wie sehr diese Prinzipien unser Leben prägen. Indem wir sie verstehen, können wir sie auch bewusst nutzen. In diesem Blog möchte ich dir aufzeigen, was das Prinzip von Yin & Yang mit deiner Männlichkeit zu tun hat und wie du es nutzen kannst, um dein Mann-Sein bewusster zu leben. Heute unterziehen wir dein Mann-Sein einem kleinen TÜV…


Was ist Yin & Yang eigentlich?

Yin & Yang bezeichnen ein uraltes Prinzip von männlich (Yang) und weiblich (Yin), dessen Gegensätze sich wechselseitig bedingen und erst in der Ausgeglichenheit in die Balance kommen können. Jeder Teil beinhaltet etwas vom jeweils anderen und macht ihn damit erst vollständig. Yin braucht das Yang und Yang braucht das Yin. Eins kann nicht ohne das andere existieren. Rufe dir das Bild des Yin & Yang ins Gedächtnis: Zwei eigenständige und gegensätzliche Energien, die sich erst gemeinsam im Kreis ergänzen. So darfst du es dir auch in dir selbst vorstellen. Denn auch wir tragen alle Yin & Yang, männliche und weibliche Anteile, in uns. Egal, ob Mann oder Frau – wir haben stets beides. Und erst, wenn du beides in dir vereint und geheilt hast, lebst du in Balance und in deiner ganzen Kraft. Überwiegt eine Seite, geht die andere Seite um den jeweils gleichen Anteil in den Mangel.


Yang bezeichnet das grundsätzlich männliche Prinzip und damit Aspekte wie Präsenz, Kontrolle, Aktivität, Impulsivität, Verstand und Planung – also alles sehr nach Außen gerichtete Anteile. Yin hingegen beschreibt das weibliche Prinzip, das vor allem durch nach innen gerichtete, empfangende Aspekte gekennzeichnet ist wie Intuition, Passivität, Fühlen, Hingabe, Weichheit und Kreativität.


Ihr seht: Nichts davon ist besser oder schlechter als das andere. Und doch werten wir (Männer) die Yin-Aspekte heute noch vielfach ab. Denn der Irrglaube besteht heute noch immer vielfach darin, dass wir Männer denken, wir würden unsere Männlichkeit aufgeben, wenn wir unser Yin (und damit uns von Natur aus innewohnende weibliche Prinzipien) annehmen. Beide Anteile in uns in Balance und Harmonie zu bringen, bedeutet nicht, „weiblich“ oder gar androgyn zu werden. Sondern es bedeutet, beides anzunehmen, zu heilen und dadurch wieder in sein volles Potential gehen zu können. Dabei besitzt jeder von uns sein ganz individuelles und für sich stimmiges Verhältnis aus beiden Teilen. Und nichts davon ist besser oder schlechter. Doch solange du als Mann das Yin in dir ablehnst, wirst du auch dein Yang nicht voll entwickeln können.


Wir Männer „kranken“ somit an zwei grundsätzlichen Problemen: Erstens lehnen wir unsere Yin-Aspekte in uns noch immer ab und damit einen unschätzbar wertvollen Anteil von Intuition und Hingabe in uns. Und zweitens begnügen wir uns nicht nur damit, diese Anteile von Yin abzulehnen, sondern wir kompensieren sie auch noch mit einem Überschuss an Yang. Das spiegelt uns unser Körper im Übrigen gerne durch Symptome wie Schlafstörungen, Pfeifen im Ohr, Schreckhaftigkeit, schmerzende Gelenke/Rücken oder auch sexueller Lustlosigkeit bis hin zu „Keinen Hochzukriegen“. Wäre dieser Überschuss an Yang-Energie jetzt wenigstens in uns geheilt, wären die Auswirkungen halb so wild. Doch wir Männer machen ungern halbe Sachen, setzen dem ganzen noch die Krone auf und haben meistens nicht einmal unser Yang in uns geheilt.


Was genau meine ich damit? Verletzte Männlichkeit folgt alten Rollenbildern und lebt Aspekte wie Kontrolle, Konkurrenz, Macht, Bewertung, Vergleich und Manipulation. Geheiltes Mann-Sein bedeutet dagegen, dich in Bewusstsein, Klarheit, Struktur, Präsenz und Eigenverantwortung zu spüren und deine Visionen umzusetzen. Es bedeutet, Krieger zu sein, Held zu sein, Macher zu sein. Deinen Raum voll und ganz einzunehmen und klar, doch gleichzeitig liebevoll Grenzen zu ziehen. Doch es bedeutet eben auch, das in deiner geheilten Herzenergie und damit in deinen geheilten Gefühlen zu tun.


Was also bedeutet das für dich als Mann nun konkret?

Wende dich der Heilung deiner männlichen (und weiblichen) Energie zu. Wenn du den Weg in deine ursprüngliche Männlichkeit und damit in dein individuelles Yang-Prinzip finden willst, bedeutet das vor allem die Arbeit mit deinen eigenen Schatten. Erst, indem du sie auch fühlst, kannst du sie verändern. Alles, was du unbewusst lebst, wirst du niemals in die Heilung bringen können.


Das heißt, dein Weg zum geheilten Mann-Sein hat grundsätzlich zwei Aspekte, mit denen du dich beschäftigen solltest: Erstens die Heilung deines Yang. Und das bedeutet, Aspekte wie Konkurrenzdenken, Sich-vergleichen-Müssen, Macht und Kontrolle Schritt für Schritt aufzugeben und nach und nach durch Bewusstsein, Klarheit und Präsenz zu ersetzen. Und zweitens bedeutet es, wieder mehr Yin in dein Leben zu lassen. Jetzt werden viele von euch sagen: „Ich? Ich habe keinen Yin-Mangel!“ Wenn du dich allerdings ständig erschöpft fühlst, nervös und ausgelaugt und gleichzeitig innerliche Unruhe verspürst, dann solltest du vielleicht darüber nachdenken, ob du nicht möglicherweise doch einen Mangel an Yin hast. Und wenn ja, stärke dein Yin. Indem du es annimmst und verdammt noch mal endlich die Tatsache akzeptierst, dass auch du als Mann Yin-Aspekte in dir trägst! Und indem du sie dir zunutze machst. Das kannst du aber nur, wenn du sie Stück für Stück in dein Leben integrierst. Zum Beispiel durch genügend Schlaf, durch Zeit in der Stille, in der Natur, in der Ruhe. Durch kreatives Schaffen und durch Loslassen. Es ist ganz simpel: Indem du dein Yin stärkst, gibst du deinem Yang auch wieder mehr Raum.


Werdet endlich wieder GANZ, liebe Männer. Und werdet vor allem wieder bewusst! Nichts ist kontraproduktiver, unzeitgemäßer und hemmender als ein unbewusster Mann, der in seinem verletzten Yang unterwegs ist und damit weder eine glückliche Partnerschaft, noch eine erfüllte Berufung noch eine sinngebende Spiritualität leben kann. Wer innerlich nicht in Balance lebt, ist stets zu einem Leben in Extremen verdammt. Mein Appell an euch Männer da draußen: Seid mutig, seid Krieger, seid Helden. Und geht diesen Weg, damit wir endlich eine neue Qualität von Beziehungen, Jobs und Freundschaften etablieren können.


Dein Bastian

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